Das Jahr geht zu Ende – und auch eine Ära

Liebe Freunde des gepflegten unmotorisierten Zweiradsports,
es ist Dezember und wieder einmal Zeit zurück zu blicken und sich auf die Zukunft vorzubereiten.
Was die Teilnahme an Radrennen angeht (sowohl Lizenz als auch Hobby), so war es doch recht still bei uns. Das hat vielerlei Gründe. Auf diese einzugehen würde den Rahmen sprengen und spätestens seit der geliebten EU-Datenschutzverordnung auch hier fehl am Platze sein.
Es ist auf alle Fälle Luft nach oben. Aber ja, wir leben noch, und es ist trotzdem eine Menge los bei uns im Verein. Das hat auch unser Vorsitzender Michael Junge bei seinem Jahresrückblick auf der traditionellen Weihnachtsfeier gezeigt. Dort hatten wir mal wieder Zeit bei guten Essen und netter Musik über vergangene Tage zu plaudern. Spiel und Spaß kamen natürlich auch nicht zu kurz – Danke an die Oragnisatoren!!!

Apropos vergangene Tage: Ab kommenden Jahr wird ein neues Kapitel in unserem Verein aufgeschlagen. Denn ab dann sind wir kein Mitglied mehr im SRB. Das bedeutet keine Teilnahme an Lizenzrennen. Der Fokus lag ja seit längerer Zeit bereits auf den Jedermannbereich – mit Ausnahme des Senior-Altmeisters Joachim Kramer.
Inwieweit das Auswirkungen auf die Zukunft hat, wird sich zeigen.
Es ist trotzdem ein Anlass, auf eine äußerst erfolgreiche Zeit im lizensierten Straßenradsport zurück zu blicken. Insbesondere ab den 1980er Jahren wurde intensiv der Nachwuchs gefördert und die sehr gut ausgebildeten Jugendlichen an Sportschulen befördert. Hierzu zählten Enrico Poitschke, André Schulze, Torsten Nitsche, René Obst, Sara Wolf und einige andere mehr.
Durch ein intensives, aber auch durchdachtes Trainingsprogramm ist es gelungen, die FahrInnen bei Laune zu halten und ihr Talent zu fördern. Dabei sprang der ein oder andere regionale und nationale Titel heraus. Bis in die 2000er Jahre hinein stand unser RSV unter den besten Vereinen in Sachsen.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass man sich in unserem Verein wie in einer großen Familie gefühlt hat und immernoch fühlt. So war der Schmerz nach Training und Wettkampf schnell vergessen. Ein Gemeinschaftsgefühl hat sich über die Jahre entwickelt und Freundschaften entstanden nicht nur vereinsintern, sondern auch mit Fahrern aus anderen Vereinen.
Ich bin froh, dies miterlebt zu haben, in einer Zeit ohne Smartphones, Tablets und so gut wie ohne Computer. Der Trainingsplan war handgeschrieben und die Uhrzeit war gesetzt. Und es hat auch funktioniert! 🙂 Die Kinder hatten eine regelmäßige Freizeitaktivität und damit auch keine Zeit für dumme Gedanken. Sie lernten fürs Leben (rdnung, Sauberkeit, Respekt) und waren nebenbei auch noch körperlich fit. Das sich Zeiten ändern, ist klar. Die Richtung, in der die Gesellschaft geht, ist jedoch fragwürdig. Und das hat auch Einfluß auf unseren geliebten Sport: Vereine haben Probleme Nachwuchsfahrer zu finden, die Starterfelder bei den U-Klassen sind überschaubar. Dabei sollte es bei den Erfolgen der Radprofis um Kittel, Greipel, Degenkolb & Co. doch genug Vorbilder und Anreiz zum Radsport geben. Ich möchte keine Ursachenforschung betreiben. Dieser Blog-Beitrag dient lediglich als Denkanstoß.

An dieser Stelle recht herzlichen Dank an die Trainer, Mechaniker und Vereinsmitglieder, die einen kontinuierlichen Trainings-und Wettkampfeinsatz ermöglichten und sich nicht gescheut haben, uns quer durch die Republik zu fahren, unsere Räder zum Teil recht kurzfristig zu reparieren und Material bereitzustellen.

Danke auch an alle Sponsoeren, ohne deren Finanzmittel wir schon lange den Betrieb hätten einstellen müssen.

Habt besinnliche Weihnachten und einen erfolgreichen Start in 2019!

1 Kommentar hinzugefügt

Viel Spass!
  1. Dieter Schulze 8. Januar 2019 | Antworten
    Hallo lieber Jens, danke für Deine Analyse zum Radsport in Niesky. Die gute , schöne und erfolgreiche Radsportvergangenheit hat uns im neuen System überholt. Ich selbst lebe nur noch von der Geschichte mit einer schönen gemeinsamen Zeit. Ich wünsche Dir und Deiner Familie in der Landeshauptstadt Dresden alles, alles GUTE.

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